Kultur findet nicht nur in München statt

Welt-Uraufführung eines Konzerts für Violon-Cello
und sinfonisches Blasorchester mit der Stadtkapelle Germering

Ein seltenes Klangerlebnis bot die Stadtkapelle Germering ihren Zuhörern beim Benefizkon-zert am 12. Mai 06 im Orlandosaal. Es gelang ihr, eine Welturaufführung auf die Bühne zu bringen. Das Konzert für Violoncello und sinfonisches Blasorchester des krotatischen Kom-ponisten Aldo Kezic und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

Aldo Kezic studiert an der Akademie für Musik in Sarajevo und Belgrad und war dort später mehrere Jahre als Lehrer für Musiktheorie tätig. Seine zeitgenössischen Kompositionen werden auf nationalen und internationalen Festivals aufgeführt. Neben einer Vielzahl kammermusikalischer Orchester- und Vokalstücke schrieb er 11 sinfonische Werke, darunter Oratorien, Sinfonien, Konzerte und ein Requiem. Er lebt und wirkt jetzt in München.

Für das Cello-Konzert konnte Philipp von Morgen gewonnen werden. Er zauberte auf seinem Instrument, das von einem flämischen Meister aus dem frühen 18. Jahrhundert stammt, wunderbare warme Klänge. Auch er ein Künstler von internationalem Rang, als Kammermusiker und Continuo-Cellist europaweit geschätzt und von Rundfunk-, Fernseh- und Plattenaufnahmen bekannt. Er arbeitet regelmäßig auch mit Jazz- und Popmusikern zusammen und setzt sich für die Uraufführung neuer Kompositionen ein.

Dieses Werk war für die Stadtkapelle eine große Herausforderung, sie wurde jedoch dem hohen Anspruch voll und ganz gerecht. Gerade die Vermittlung zeitgenössischer Kunst liegt vielerorts im Argen. Für ein Blasorchester, das sich in 35 Jahren aus einem Spielmannszug unter der Leitung hervorragender Dirigenten zu einem ernst zu nehmenden sinfonischen Blasorchester entwickelt hat, eine beachtliche Leistung. Eine Stadt wie Germering kann stolz auf seine Stadtkapelle sein und wird von anderen Städten darum beneidet.

Doch noch andere erlesene Künstler waren bei diesem Konzert zu Gast. Die Sopranistin Leila Pachachi hat sich bei Auftritten in Europa, USA und im Nahen Osten als Mozart-Interpretin, aber auch als "Carmen" in Hamburg einen Namen gemacht und beherrscht sämtliche Opernrollen ihres Faches. Sie erfreute mit Arie "Meine Lippen küssen so heiß" von Franz Lehar.

Hector Guedes Bariton kam vor allem bei der großen Arie des Figaro aus der Oper "Der Barbier von Sevilla" zum Strahlen. Auch er ein vielbeschäftigter Sänger auf internationalen Bühnen.

Und last not least vervollständigte Faris Schulz mit seinem sonoren Bass das Sänger-Terzett. Er hat in München Gesang studiert und ist seit über zwei Jahren bei Dale Fundling in Salzburg. Seine Arie "Il lacerato spirito" aus der Oper "Simon Boccanegra" von Giuseppe Verdi brachte seinen schwarzen, runden Bass zur Geltung. Bei einem Terzett aus "Don Giovanni" von W.A. Mozart klangen dann alle Stimmen harmonisch zusammen. Hier brillierte als Solist Werner Bernklau mit dem Sopransaxophon.

Die Musiker der Stadtkapelle begleiteten die Profis mit viel Einfühlungsvermögen und Enga-gement, zeigten aber auch bei Solo-Stücken wie etwa "Slawischer Tanz Nr. 8" von Anonin Dvorak, "Die Legende von Yao", von Mao Yuan oder "Sieben Jahre in Tibet" ihr vielfältiges Können.

Ein Lichtblick war auch Birgit Neczas, die mit ihrer launigen Moderation die Zuhörer gut informiert durch das Konzert führte.

Das begeisterte Publikum wurde abschließend mit einer Zugabe belohnt.

Johanna Schneider

 

 

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