Stadtkapelle spielt für gute Zwecke - Opernarien und Gershwin für die Sozialstiftung Germering

Zum ersten Mal hatte die Stadtkapelle heuer die Gelegenheit, ein Benefizkonzert für die Germeringer Sozialstiftung zu gestalten. Nach dem Motto "Noten bewahren vor Nöten", wie es der Sozialstiftungs-Vorsitzende Dr. Dieter Gutekunst ausdrückte, hatte das Orchester ein besonderes Programm einstudiert und sich hierzu sogar einige musikalische Gäste eingeladen. Dem Publikum bot sich somit ein erstklassiges Konzert mit einer abwechslungsreichen Mischung aus Klassik und Unterhaltungsmusik.

Zur Eröffnung erstrahlte das feierliche "Fanfare and Flourishes" von James Curnow, bevor die 45 Musiker mit dem wirklich rasanten "Victoria Galopp" einen kurzen musikalischen Abstecher auf die Rennbahn machten. Idyllisch hingegen präsentierte sich "Yellow Mountains", bei dem der 2. Dirigent Harald Stößner den Taktstock übernahm. Nun kündigten sich die ersten Gäste an: Zwei "Kollegen" von Dirigent Miron verstärkten das Orchester vokal und verwandelten den Orlandosaal kurzzeitig in eine Opernbühne. Zunächst setzte Elke Slawitschek, die schon bei der "verkauften Braut" in Germering mitgewirkt hatte, mit ihrer virtuos dargebotenen Koloraturarie der "Königin der Nacht" das Publikum in Verzückung, und im Anschluss daran sang Tenor Anton Klotzner eine der wohl ergreifendsten Arien der Operngeschichte: Puccinis "Nessun dorma" aus Turandot.

Nach frenetischem Applaus für die Sänger kehrte die Stadtkapelle wieder zur Instrumentalmusik zurück und intonierte schwungvoll Dimitri Schostakowitschs "Waltz Nr. 2", nicht erst seit Andrè Rieu ein echter Ohrwurm. Zwei für Blasorchester ungewöhnliche Stücke standen dann auf dem Programm, beide aus der Feder des argentinischen Komponisten Astor Piazolla, der vor allem durch seine mit Jazz- und Avantgardeelementen durchzogenen Tangokompositionen bekannt ist: Fast wehmütig erklang zunächst das getragene "Oblivion", bei dem die Solisten Priti Schlubach-Ferrari (Oboe) und Birgit Neczas (Sopransaxophon) mit präzisen Einsatzübernahmen überzeugten, gefolgt von "Libertango", einem treibenden Stück voller Energie. Das mitreißende Spiritual "Joshua fit the Battle of Jericho" gab's noch obendrauf und beendete die erste Halbzeit.

 

Nach der Pause war Harald Stößner wieder gefragt und dirigierte souverän Karen Chatschaturians "Konzertmarsch". Ein Heimspiel hatte daraufhin Julio Miron bei "All that Jazz" aus "Chicago" - hatte er selbst doch vor wenigen Jahren bei den Aufführungen jenes Musicals im Deutschen Theater als Pianist im Orchester mitgewirkt.

Apropos Piano: der eigentliche Höhepunkt des Abends folgte jetzt mit der Aufführung von George Gershwins "Rhapsody in Blue" - natürlich mit Klavier. Als Solistin glänzte die 19-jährige Landsberger Pianistin und mehrfache "Jugend musiziert"-Preisträgerin Franziska Reif am Steinway-Flügel der Stadthalle und spielte mal wuchtig, mal filigran.

Nach dieser beeindruckenden Darbietung des 20-minütigen Werks blieb dem Orchester nur noch eines zu sagen: "Danke schön" - natürlich mit dem gleichnamigen Stück des Hamburger Komponisten und Bandleaders Bert Kaempfert.

Das begeisterte Publikum erklatschte sich noch drei Zugaben: Die "Brindisi" aus Verdis Oper "La Traviata" brachte die Gesangssolisten Slawitschek/Klotzner noch einmal als Duett auf die Bühne und animierte so manchen zum Mitklatschen, beim "Soul Bossa Nova" ließen die Musiker die Instrumente kreisen und das fetzige Spiritual "Go down, Moses" beschloss ein rundum gelungenes Konzert.

Toby Müller

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