Faschingskonzert 2003

Nach drei Jahren endlich wieder "Bühne frei" für abwechslungsreiches Faschings-Showprogramm der Stadtkapelle Germering Mit einem bunten Feuerwerk aus Musik, Show und Gags luden die Stadtkapelle Germering und das Jugendorchester am Samstag, den 22.02.03 einmal mehr zu einem Faschingskonzert in den Orlandosaal der Stadthalle ein.

Da diese beliebte Veranstaltung aufgrund der aufwändigen Vorbereitungen nur alle zwei bis drei Jahre stattfindet, strömten die zahlreichen Zuschauer umso gespannter in den Saal und konnten ein außerordentlich vielseitiges und kurzweiliges Programm erleben.  

  Tobi + Erwin als Jake und Elwood Blues Unsere "Blues Brothers" alias Tobi & Erwin

Zur Eröffnung erstrahlte die "20th Century Fox-Fanfare", bevor Erwin Schmid und Tobias Müller als die Blues Brothers Jake und Elwood die Bühne betraten und mit "Everybody needs somebody to love" gleich zu Beginn einen Stimmungsknaller zündeten.

Sie singen und spielen!

Es folgte der Marsch aus der "Third Suite" des Amerikaners Robert Jager. Er steht im 5/4-Takt und eignet sich daher nur sehr bedingt zum Marschieren. Absolut tanztauglich hingegen war die rassige Samba "Quand je vois tes yeux", eine kleine Hommage an den ausgelassenen Karneval in Rio. Dann gab's die erste Überraschung: Fünf Blechbläser betraten die Bühne und präsentierten sich als Gesangstruppe à la "Comedian Harmonists" - begleitet von Wolfgang Höll am Piano. "Das ist die Liebe der Matrosen" hieß der stimmsicher und mit Humor vorgetragene Titel. Sie singen und spielen!

  "Mahlzeit!"

Nun stand eines der Konzerthighlights auf dem Programm: Das Schlagwerkregister - inklusive des 10-jährigen Ulf Breuer - versammelte sich als "Familie" um einen Küchentisch und brachte "Eine kleine Tischmusik" zur Aufführung. Für diese rhythmische Einlage mit Kochlöffeln und Töpfen gab es tosenden Applaus.

  Unser musikalischer Gast: Steve Golubovic

Dass man aus einer Blockflöte durchaus mehr herausholen kann als ein paar Kinderlieder wurde dann mit dem nächsten Stück "Piccolo-Kapriolen" bewiesen. Solist Steve Golubovic überzeugte da durch flinke Finger und virtuose Kadenzen. Der erste Satz aus Mozarts "kleiner Nachtmusik" ist ein an sich wenig spektakuläres Stück für ein Faschingskonzert - doch nach einer eingehenden Umarbeitung durch die Stadtkapelle Germering und ihren Dirigenten entstand daraus die "kleine Krachmusik":  

Da gab es falsche Einsätze, störende Zwischengeräusche aus den Reihen der Musiker, einen übermütigen Tubisten, der sein Instrument jongliert (während des Spielens natürlich), eine zu Boden fallende Kiste mit Schlaginstrumenten und schließlich das totale Chaos, als das komplette Orchester die Melodie auf Spielzeug- und Kinderinstrumenten weiterspielte! Ein völlig entnervter Dirigent verließ daraufhin die Bühne, nur um zu hören, wie das Orchester ohne ihn das Stück ordentlich und makellos zu Ende spielte. 

Mit diesem bis ins kleinste Detail einstudierten musikalischen Scherz wurde das Publikum in die Pause entlassen. Nach der Pause formierte sich zunächst das bunt kostümierte Jugendorchester unter seinem Leiter Wolfgang Höll auf der Bühne und verbreitete gute Laune mit den beiden Stücken "America" und "Java". Das große Orchester meldete sich im Anschluß daran - ebenfalls in Verkleidung - zurück und marschierte im Stil einer Marching Band zu dem bekannten Stück "Louie, Louie" in Formation auf die Bühne.  

Inzwischen eine Institution bei den Faschingskonzerten ist sicherlich der Auftritt der Germeringer Joggerin (Elisabeth Krumm). In ihrer heiteren Büttenrede, die sie als gespielte Telefonate durch ein Handy führte, gab es wieder so manchen Seitenhieb auf die jüngsten Germeringer Ereignisse.

 

    


Doch zurück zur Musik: Konzerte der Stadtkapelle sind ja auch bekannt für ihre mitunter ungewöhnlichen Soloinstrumente. Bei "Watering the Periwinkles" bewiesen Hartmut Krumm, Dierk Scheide und Christian Holdt, wie gut sie bei Puste sind und intonierten bravourös die Naturtonreihen auf gewöhnlichen Gartenschläuchen.

Danach war es Zeit für einen weiteren Auftritt der "Germeringer Harmonists", diesmal mit dem alten Ufa-Schlager "Ein Freund, ein guter Freund".

 

Ganz andere Klänge gab es dann mit einem Satz aus einem von Georg Philipp Telemanns Flötenkonzerten. Echte Barockmusik wurde hier geboten, umarrangiert für Bläserensemble von Dirigent Miron, und wiederum mit Steve Golubovic als Solist. Auch die beiden Dirigenten Julio Miron und Harald Stößner trugen an diesem Abend ihren Teil zur Show bei:

Bei "Radetzky Forever" - einer Aneinanderreihung aus Teilen des Radetzky-Marsches und Sousas bekanntem "Stars and Stripes Forever" - lieferten sie sich ein Duell um die Gunst der Musiker, indem sie versuchten, sich gegenseitig vom Pult zu drängen, um jeweils "ihren" Marsch dirigieren zu können. Das Orchester folgte auch brav den Maestri, und so erklang mal dieser, mal jener Marsch - immer für ein paar Takte.   "Jetzt aber auf mein Kommando..."

 

Zum Schluss des offiziellen Programms sorgte dann eine original Latin-Nummer - dies unter dem Puertoricaner Miron inzwischen eine Tradition - noch einmal für einen Stimmungshöhepunkt: "Ran Kan Kan" von Mambo-Großmeister Tito Puente. Mit drei Zugaben - dem schmissigen "Soul Bossa Nova", Debussys "Little Negro" vom Flötenregister dargeboten und dem Swing-Klassiker "Sing Sing Sing" - endete dieses mitreißende Konzert unter stürmischem Beifall.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung von: J.Mientjes, Text: Tobias Müller 

 

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