Jahreskonzert 2002

"International" hieß das Schlagwort, mit dem sich das Jahreskonzert 2002 der Stadtkapelle diesmal umschreiben ließ.

Denn die Musik, die das 45-köpfige Orchester unter seinen beiden Dirigenten Julio Miron und Harald Stößner am Sonntag, den 10.11.02 vor vollem Haus präsentierte, umspannte drei Kontinente und deckte fast alle Musikstile ab.


Bereits mit dem fulminanten Eröffnungsstück, dem "Slawischen Tanz Nr. 8" von Antonin Dvorak, überzeugte das Orchester mit dynamischen Einsätzen und präziser Intonation und weckte die Lust auf mehr. Das gab's natürlich, denn nun schritt Harald Stößner, der zweite Dirigent der Stadtkapelle, ans Pult und steuerte das Orchester zielsicher durch den eingängigen Dixie-Swing "Just like in the old days".

 

Mit "Finnegan's Wake" begaben sich das Orchester und Julio Miron dann musikalisch auf die grüne Insel, um die turbulenten Ereignisse einer irischen Totenwache mitreißend und eindrucksvoll zu schildern, und von Irland ging es zurück in die USA, und zwar in die Anfangstage des Jazz. "Elite Syncopations" hieß der Ragtime, der nun zu hören war und bei dem Stößner erneut das Dirigat übernommen hatte.

Mit zwei für Blasorchester ungewöhnlichen Stücken wurde das Publikum in die Pause entlassen. Beide Werke entstammen der Feder des argentinischen Komponisten Astor Piazolla, der vor allem durch seine mit Jazz- und Avantgardeelementen durchzogenen Tangokompositionen bekannt ist:

Zunächst erklang das ruhige, ja fast wehmütige "Oblivion" mit den einfühlsam spielenden Solisten Priti Schlubach-Ferrari an der Oboe und Bernhard Götz am Sopransaxophon, gefolgt von dem hektisch-aufgeregten "Libertango".

Die zweite Halbzeit wurde vom erst im letzten Jahr zusammen mit der Musikschule gegründeten Jugendorchester Germering eröffnet. Unter ihrem Leiter Wolfgang Höll zeigte der Nachwuchs mit zwei Themen der "Harry Potter"-Filmmusik sowie dem "Sun Calypso", dass sich auch mit kleiner Besetzung gute Musik machen lässt, wenn der Spass an der Sache im Mittelpunkt steht.

Dann wurde es laut, denn das große Orchester hatte sich mit "Fusion Factory" zurückgemeldet und die beiden Drummer Tom Schauer und Toby Müller lieferten sich ein spektakuläres Schlagzeugduell. Das Orchester bewies mit diesem Stück, daß sich auch solche "moderne" Musik problemlos mit einem Blasorchester umsetzen läßt.

    
Plakat Jahreskonzert 2002
 

Ganz andere Klänge ertönten im Anschluß daran, als sich das Klarinettenensemble auf der Bühne formierte.

"8 1/2" hieß der verspielte Zirkusmarsch von Nino Rota aus dem gleichnamigen Film von Federico Fellini, den es zu Gehör brachte. Der Titel bezog sich allerdings nicht auf die 8 1/2 Musiker, die da musizierten (8 stehende Klarinettisten und 1 sitzende Bassklarinette), sondern ist eine Anspielung auf Fellinis 8 1/2 bis dato gedrehten Filme (7 Spiel- und 3 Kurzfilme).

Mit "Happy Trombones", einem beschwingten Marsch, konnte dann das fünfköpfige Posaunenregister ins Rampenlicht rücken und sich solisitsch profilieren, doch das Klarinettenensemble war noch nicht fertig und setzte als Überraschungsstück Strauss' "Pizzicato-Polka" noch obendrauf.

Natürlich durfte auch bei diesem Konzert eine Latin-Nummer nicht fehlen, und so gab es als würdigen Abschluß des offiziellen Programms das schmissige "Cha-Cha Madness" von Alan Silvestri, der ja sonst eher als Filmkomponist bekannt ist. Da juckte es wohl so manchem begeistert applaudierenden Zuschauer in den Beinen...

Mit drei Zugaben - Jazz Waltz, Rutland Rag mit dem Blechbläserensemble und einem Teil des Slawischen Tanzes - wurde das Publikum letztendlich aus der Halle entlassen und darf sich schon jetzt - soviel sei verraten - auf das Faschingskonzert 2003 freuen!

Text: Tobias Müller

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