Jahreskonzert 2003

Walzer bis Latin - Stadtkapelle präsentierte vielseitiges Programm

"Viele musikalische Fächer öffnete die Stadtkapelle bei ihrem Jahreskonzert 2003, das am 9.11. im Orlandosaal der Stadthalle stattfand. Von klassischen Werken über Musical bis hin zu traditionellen Tänzen und Latin war alles geboten.

Karen Chatschaturjan, ein Neffe des bekannten Komponisten Aram, schrieb den effektvollen "Konzertmarsch", der zur Eröffnung erklang. Danach präsentierten die 45 Musikerinnen und Musiker unter der bewährten Stabführung von Julio Miron einen echten "Ohrwurm" der Opernwelt, nämlich die Ouvertüre zu "Nabucco" von Giuseppe Verdi. Sehr romantisch wurde es daraufhin mit dem Stück "Poème", das der 2. Dirigent Harald Stößner dirigierte und bei dem sich die einzelnen Klangfarben des Orchesters einfühlsam ineinander woben.

Konzertplakat  Arno und Hans im 'musikalischen Dialog'

Mit dem beliebten und leichtfüßig gespielten "Frühlingsstimmenwalzer" von Johann Strauß jun. bewies die Stadtkapelle im Anschluß daran, das sie sich auch im Walzertakt wohlfühlt. Von ganz anderer Art war das "Rondo" aus Rober Jagers "Third Suite": Mit krassen Dynamiksprüngen und einem treibenden Tempo erinnerte es eher an einen Zirkusmarsch.

 "The farmers's fair" hieß dann das burleske Stück für 2 Tuben, bei dem Arno Euteneuer und Hans Koy als zwei "Bauern" auf einer Holzbank sitzend ihren musikalischen Dialog führten.

Mit dem "Victoria-Galopp" ging es schließlich vom Bauernmarkt auf die Pferderennbahn. Birgit Neczas hatte zuvor das Publikum im Stil eines vom Rennen berichtenden Reporters auf dieses wirklich rasante Stück vorbereitet. Danach hatte sich das Orchester erstmal eine Pause verdient.

Die zweite Halbzeit wurde natürlich wieder vom Jugendorchester eröffnet. Wolfgang Höll dirigierte den Nachwuchs zielsicher durch "Somethin' Stupid", das ja erst kürzlich wieder in der Fassung von Robbie Williams und Nicole Kidman zu neuem Glanz erstrahlen konnte, sowie den "Farmhouse Rock".

Mit "All that Jazz" aus dem Musical "Chicago" meldete sich die Stadtkapelle wieder zurück, und obwohl Julio Miron selbst bei den "Chicago"-Aufführungen im Deutschen Theater München als Pianist im Orchester mitgewirkt hatte, überließ er das Dirigat für diese Shownummer Harald Stößner.

Die glitzernde Welt des Broadway mußte dann den saftigen Wiesen und lebenslustigen Menschen der grünen Insel weichen. Der lebhafte "Celtic Dance" des Kanadiers Douglas Court zitierte eine irische Volksweise und kam authentisch mit Bodhran-Trommel und Fußgestampfe daher, und auch bei den folgenden Stücken blieb die Kapelle den traditionellen Tänzen treu:

Der Zwiefache ist ja ein bayerischer Volkstanz, der sich durch den häufigen Wechsel von Zweier- und Dreiertakten auszeichnet. Der "Grassauer Zwiefache" gehörte da zu den eher moderneren und durchaus anspruchsvollen Vertretern dieser Gattung und wurde nun vom Blechbläserensemble intoniert.

Auch lateinamerikanische Stücke sind ja inzwischen schon fester Bestandteil bei Konzerten der Stadtkapelle und durften natürlich auch heuer nicht fehlen - diesmal war Brasilien das Land der Wahl: Die "Bossa Nova" enstand in den 60er Jahren aus brasilianischer Folklore und Elementen des Cool Jazz, und eine der bekanntesten Bossa Nova-Nummern, "Desafinado" von Antonio Carlos Jobim, war hier zu hören.

 

Auch beim fulminanten Konzertfinale blieb das Orchester der brasiliansichen Musik treu und boten mit "Playas de Rio" ein dreisätziges Werk dar, das musikalisch die berühmten Strände Rio de Janeiros beschreibt - Trocadero, Ipanema und Copacabana. Insbesondere im Schlußsatz "Copacabana" ließ das Schlagwerkregister ein rythmisches Feuerwerk vom Stapel.

Das begeisterte Publikum erklatschte sich zwei Zugaben, die den Reigen lateinamerikanischer Musik in die Karibik verlagerten: Aus dem Erfolgsfilm "Buena Vista Social Club" gab's "Chan Chan", gefolgt von dem schmissigen Merengue "Mr. Papi".

Text: Toby M. / Fotos: James B. Mientjes

|Impressum|Sitemap|SKG Intern|Presse|