"Guten Abend, Konban wa und Hyvää iltaa!" - Stadtkapelle nimmt Publikum mit auf eine musikalische Weltreise

Ein internationales Flair durchzog den Orlandosaal der Stadthalle beim Jahreskonzert 2004 der Stadtkapelle Germering mit exotischen Klängen und traditionellen Weisen, stand es doch unter dem Motto "Weltreise mit SKG-Tours". Unterbrochen von der unterhaltsamen Conference der beiden "Reisebegleiter" Birgit Neczas und Toby Müller, entführten die 45 Musiker und ihr Dirigent Julio Miron das Publikum in ferne und nicht ganz so ferne Länder - 15 Nationen wurden musikalisch angesteuert und die Musik zusätzlich mit entsprechenden Dias auf einer großen Leinwand untermalt.

 

Die erste Station der Reise war Großbritannien, und zwar mit dem prunkvollen Militärmarsch "Pomp and Circumstance No. 1" von Edward Elgar. Das Stück gilt ja gemeinhin als heimliche Nationalhymne Englands und wurde vom Orchester entsprechend majestätisch interpretiert.

Danach wurde es schon exotischer, denn mit dem "Song of Kusatsu" ging es nach Japan. Eine donnernde Rhythmuseinlage mit Kodo-Trommeln ergänzte die traditionelle Melodie des Kusatsu-Liedes.Ein Hauch von nostalgischem Amerika bot sich nun den Zuhörern mit dem Ragtime "Chrysanthemum" von Scott Joplin, der von einem kleinen Bläserensemble spritzig dargeboten wurde.

 

Als nächstes Reiseziel stand das Schwarze Meer auf demProgramm: Zbysek Bittmar schrieb den "Bulgarischen Tanz", reich an Folkloreelementen des Balkans und ungeraden Metren. Doch das Orchester meisterte auch die 9/16- und 7/8-Takte bravourös. Dann war es Zeit für etwas ausgelassen.Lebensfreude, wie man sie nur auf der grünen Insel findet: Die "Irish Party in Third Class" ist bekannt aus dem Film "Titanic" und verarbeitet zwei Traditionals. 

 

Hierbei wurde das Orchester von zwei original irischen Instrumenten, nämlich der Tin Whistle und der Bodhrán, begleitet. Auch die Karibik durfte bei einer solchen Reise natürlich nicht fehlen, und so folgte ein Abstecher auf die Amerikanischen Jungferninseln. Deren Hauptstadt heißt St. Thomas - ebenso wie der eingängige Jazz-Calypso von Sonny Rollins, der von den Blechbläsern mitreißend intoniert wurde.

Georgien im Kaukasus ist eine Region im Spannungsfeld zwischen russischen und orientalisch-muslimischen Einflüssen. Die Mystik beider Elemente war zu hören in der "Prozession des Sardar" aus Mikhail Ippolitov-Ivanovs "Kaukasischen Skizzen"."Mariachi" ist die Volksmusik Mexikos, die vor allem durch schmetternde Trompeten gekennzeichnet ist - da war es nur logisch, dass bei einem Stück im Mariachi-Stil das Trompetenregister im Vordergrund steht. "Latinda" hieß das Werk von Wim Laseroms, bei dem unsere siebenköpfige "Tijuana Connection" solistisch brillieren konnten. Die Kadenz dazu hatte übrigens unser 2. Dirigent Harald Stößner geschrieben.

Nach diesem Ausflug in das Land der Tortillas und Sombreros war es Zeit für eine kleine Erfrischungspause.Finnland - unendliche Weiten! Zu der endlosen, schneebedeckten Landschaft Kareliens passt ein Stück in Moll - der Suomi-Marsch ("Suomi" ist die Bezeichnung für Finnland in der Landessprache). Mit diesem melancholischen, aber doch energetischen Marsch läutete Harald Stößner die zweite Halbzeit ein. Doch für die nächsten Stücke zog es die Musiker wieder in wärmere Gefilde:"Zapateado" bezeichnet das typische Stampfen des Flamencotänzers, und mit dem gleichnamigen Stück von Pablo de Sarasate steuerten die 45 Musiker ein sehr beliebtes Reiseziel an: Spanien. Das eigentlich für Violine geschriebene Bravourstück kam auch mit großem Orchester feurig daher.

 

Im Anschluss daran ging es in den Orient, und zwar mit dem arabischen Tanz aus Tschaikowskys "Nussknacker-Suite". Instrumente wie Oboe und Englisch Horn zauberten hier die geheimnisvolle Atmosphäre von 1001 Nacht in den Saal. Ganz anderer Natur waren die anschließenden beiden Sätze des traditionellen peruanischen Stücks "Huayta": "Poncho verde" und "Acuarela de Sikus" brachte das Publikum in die entlegene Bergwelt der Anden.

Dass der Sirtaki eigentlich nur für den Film "Alexis Sorbas" erfunden wurde, weil Hauptdarsteller Anthony Quinn die Schritte der originalen Tänze zu schwer waren, weiß kaum jemand. Der immensen Popularität des Stücks, das wie kaum ein zweites die griechische Musik repräsentiert, tut dies freilich keinen Abbruch. Aus diesem Grund wurde es für den Zwischenstop in Griechenland ausgewählt und mit viel Elan gespielt.

 

Als letzte Station vor der Rückkehr gab's sogar noch eine Exkursion in das Land der Mitte: "Die Legende der Yao" erzählte mit Tempelblocks, Gong und großartigen Themen die Geschichte des südchinesischen Stammes der Yao. Dann allerdings war es Zeit für die Heimreise: In Deutschland wartete nämlich noch ein ganz großer Evergreen des Hamburger Komponisten und Bandleaders Bert Kaempfert, mit dem sich die Stadtkapelle einfach nur beim Publikum bedankte - "Danke schön".Das stürmisch applaudierende Publikum wurde mit den beiden Zugaben "Ain't she sweet" und "Soul Bossa Nova" aus dem Flieger&ldots;pardon, der Halle entlassen

Text: Toby Müller, PressesprecherFotos mit freundlicher Genehmigung von James b. Mientjes

 

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