Jahreskonzert mit Strauß und Swing - SKG meistert anspruchsvolles Programm

Beim ihrem Jahreskonzert 2005 überzeugte die Stadtkapelle die etwa 500 Zuschauer im Orlandosaal der Stadthalle einmal mehr mit gewohnt hohem Niveau. Das Orchester und ihre Dirigenten Julio Miron und Harald Stößner hatten sich heuer zumindest im ersten Teil vor allem der Wiener Muse verschrieben und zeigten dies schon bei der schwungvollen Eröffnung mit Suppés Ouvertüre zu "die schöne Galathee". Suppé, nur wenig älter als Johann Strauß, bereicherte die so erfolgreiche Pariser Operette um das Quäntchen Wiener Schmäh und auch die Stadtkapelle ließ sich trotz der hohen technischen Ansprüche des Programms von der Leichtigkeit und Anmut der Ära anstecken. Wienerisch ging es zunächst weiter mit der beliebten "Tritsch-Tratsch-Polka" von Johann Strauß persönlich, doch ganz andere Klänge gab es im Anschluß daran mit dem "Allegheny Portrait" des Amerikaners Claude T. Smith, einer musikalischen Schilderung der eindrucksvollen Region gleichen Namens im Osten der USA. Mit zischenden Becken und grollenden Pauken folgte dann die vielleicht berühmteste Schnellpolka von Strauß - "Unter Donner und Blitz". In halsbrecherischem Tempo meisterte das Orchester hier die krassen Dynamiksprünge. Von der Donaumetropole aus unternahmen die 45 Musiker anschließend einen kleinen Ausflug in die Spätromantik: Aus der Suite "Die Planeten" des Engländers Gustav Holst erklangen nun die beiden Sätze "Mars" und "Jupiter". Der eine aggressiv und martialisch mit Reminiszenz an so manche, viel später entstandene Science-Fiction-Musik, der andere hymnenhaft und majestätisch mit strahlendem Blechbläserklang. Apropos majestätisch - mit dem "Kaiserwalzer", von Strauß zu Ehren seines Kaisers Franz-Josef komponiert, gelang den Musikern wieder der Anschluss an die Wiener Eleganz und im Dreivierteltakt wurde das Publikum in die Pause geleitet.

 In der zweiten Hälfte war das musikalische Spektrum breiter gefächert. Vom feierlichen "The Olympic Spirit", das von Filmmusik-Ikone John Williams anlässlich der Sommerspiele 1988 geschrieben wurde, spannte sich der Bogen nun über einen rassigen Paso Doble mit Kastagnetten sowie einen Ragtime im Scott-Joplin-Stil, bei dem das Blechbläserensemble brillieren konnte, bis hin zum Rockklassiker "Music". Zum Schluss kamen dann auch die Swingfreunde auf Ihre Kosten: Dirigent Miron griff bei „A String of Pearls“ in Big Band-Besetzung selbst in die Klaviertasten und Schlagzeuger Toby Müller erntete stürmischen Applaus nach seinem spektakulären Solo bei "Sing, Sing, Sing", das so zu einen fulminanten Ausklang eines glanzvollen Konzertabends wurde. Als Zugaben gab’s noch einmal die Tritsch-Tratsch Polka und zwei Abstecher in das beim Orchester schon erprobte Latin-Genre mit der Samba "Quand je voix tes yeux" und dem Merengue "Mr. Papi".

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