Jahreskonzert 2007

Münchner Merkur schrieb am 21.11.07

Enorme musikalische Bandbreite

von Ruth Gemeinhard

Mit einem abwechslungsreichen Programm hat die Stadtkapelle die Gäste im voll besetzten Orlandosaal bei ihrem Jahreskonzert vortrefflich unterhalten. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum, mit Zugaben die Musiker.

Die ganze Bandbreite der Musik wurde schon in den ersten beiden Stücken offen gelegt. Schwungvoll und rasant ging es mit Orpheus in die Unterwelt. Das Orchester bewies ein einfühlsames Zusammenspiel bis es beim berühmten Can Can fast einem Geschwindigkeitsrausch erlag. Ruhig und gefühlvoll dagegen wurde es bei "Air" von Johann Sebastian Bach, das in diesem Falle natürlich nicht auf der G-Saite einer Violine, sondern als Orchesterfassung gespielt wurde.

Anlässlich des zu Ende gehenden Evard-Grieg-Jahres durften Stücke des vor 100 Jahren gestorbenen norwegischen Komponisten nicht fehlen. Und mit "Morgendämmerung" und "I Dovregubbens Hall" - es handelt sich um die Halle des Trollkönigs- gab es erneut einen kompletten Stilwechsel, bei dem vor allen der Perkussionist gefordert war.

Einen Ausflug in den Schweizer Berge machte die Stadkapelle mit Franco Cesarine. Und wer genug Phantasie hatte, hätte gar schwören können, auch Alphörner zu hören, so tauchte man mit den Musikern in die Magie der Töne ein.

Dann gab's noch einmal einen kompletten Stilwechsel mit "An der schönen blauen Donau". Moderatorin Burigt Neczas, die die Gäste unterhaltsam durchs Programm begeleitete, erklärte dazu, dass dies ursprünglich ein Faschingslied geweisen sei und ein Flopp. Erst als Instrumentalstück sei es zu Ruhm und Ehre gekommen.

Mit dem English Waltz und dem Farmhouse Rock durfte die Jugendband, die in dieser Zusammensetzung erst seit zwei Monaten spielt, nach der Pause ein kurzes Gastspiel geben. Für die Unterhaltungsmusik ist offensichtlich Dirigent Julio Miron nicht zuständig. "Il Briccone" dirigierte Harald Stößner, der sonst Trompete spielt. Mit dem "Falsche-Noten-Rag" aus dem Musical "Wonderful Town" von Leonard Bernstein wurde es lustig - sichtlich hatte auch Miron seinen Spass.

Bei dem Cardas von Vittorio Monti hatte Ulf Breuer seinen Soloauftritt und wieder einmal war es rätselhaft, wie ein Mensch mit nur zwei Händen derartig Xylophon spielen kann. Es gab donnernden Beifall für den jungen Musiker. Mit "Blue Rondo a la Turk" wurde es danach jazzig und nach der Party der Trolle gar brasilianisch. Mit "Song und Samba" klang das gelungene Konzert aus.

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