Jahreskonzert 2012

Jahreskonzert der Stadtkapelle Germering im nahezu ausverkauften Orlandosaal
Dirigentin Yoko Seidel ist in Germering angekommen

Mit sichtlicher Musizierfreude, aber großer Ernsthaftigkeit begann die Jugendband der Stadtkapelle das Jahreskonzert mit einer musikalischen Reise durch die fünf Kontinente, einer Folge von Stücken, die für jeden Kontinent typische Melodien erkennen ließ. Bandleader Thomas Huppert kann stolz sein auf seine Schützlinge, die sich unter seiner Stabführung stetig weiterentwickelt haben, und schon ein richtiges kleines Orchester geworden sind.

Mit der Klangfülle eines Sinfonieorchesters spielte die Stadtkapelle Germering unter Leitung ihrer neuen Dirigentin Yoko Seidel, die gleichzeitig ihr Debüt für das Germeringer Publikum gab. Mit einem der berühmtesten Werke der Opernliteratur, der Ouvertüre aus Verdi’s “Aida” eröffneten Trompeten und Posaunen mit strahlendem Bläsersound, bis sich nach und nach der volle Orchesterklang entfaltete. Ein beeindruckendes Eröffnungsstück, bei dem die Stadtkapelle ihre Brillanz entfalteten konnte.

Und gleich noch einmal konnten sich die Blechbläser bei Georg Friedrich Händel’s berühmter “Feuerwerksmusik” in Szene setzen. Händel hatte sie für Bläser-Streicherbesetzung komponiert, der Auftraggeber, König Georg wollte sie ausschließlich für Bläser und Pauken. Die Stadtkapelle hat sich dem königlichen Wunsch gefügt.

 


Ein Juwel der klassischen Musik ist die spritzige Ouvertüre zur komischen Oper “Donna Diana” von Emil Nikolaus von Reznicek voll Wiener Charme und spanischem Temperament. Der Wechsel zwischen hohen, quirligen Holzbläsern und dem runden Blechklang baut eine ungeheuere Spannung auf, steigernd bis zum gemeinsamen Schluss und hervorragend umgesetzt von den Musikern der Stadtkapelle.

Der Walzer “Gold und Silber” von Franz Lehar eigentlich für Streicher komponiert, ist für Bläserbesetzung eine Herausforderung und braucht viel Einfühlungsvermögen. Es verlangt von den Musikern enorme technische Fähigkeiten, um feine Geigenklänge zu präsentieren und zarte Harfenklänge erklingen zu lassen.

Yoko Seidel hatte das Orchester gut im Griff. Temperamentvoll, aber mit präziser Stabführung meisterte mit ihren Musikern alle Schwierigkeiten.

 


Auch eine neue Moderatorin konnte die Stadtkapelle präsentieren. Priti Schlubach-Ferrari, allerdings schon langjähriges Mitglied an der Oboe und Querflöte, führte das Publikum erfrischend natürlich durch das Programm.

Sehr anrührend war der Nachruf für Kontrabassistin Elisabeth Krumm, die dem Orchester von Anfang an angehörte und in diesem Jahr verstorben ist. Sie war den Musikern ein Vorbild und eine Freundin.

Aber wo der Tod ist, ist auch das Leben. Der zweite Dirigent, Harald Stößner, war einen Tag zuvor stolzer Vater von einem gesunden Sohn geworden und strahlte. Unter seinem Dirigat begeisterte im zweiten Teil der irische “Celtic Dance” mit seiner fröhlichen Melodie, früher auf den Straßen Irlands getanzt und heute auf den großen Bühnen gefeiert.



Wunderschön auch ein Medley, ebenfalls von Stößner dirigiert, aus dem Musical “Phantom der Oper” von Andrew Lloyd Webber. Es zeigte sich bei vielen Stücken, dass die Stadtkapelle in allen Registern hervorragende Solisten hat. Yoko Seidel hat ein tolles Orchester übernommen. Man darf gespannt sein, welche Wege sie mit ihm gehen wird.

Text: Johanna Schneider / Fotos mit freundlicher Genehmigung von Hubert Plutka, Gernlinden

|Impressum|Sitemap|SKG Intern|Presse|