Vergnügliche musikalische Reise um die Welt - Jahreskonzert der Stadtkapelle

Bei ihrem Jahreskonzert 2013 im Orlandosaal der Stadthalle hat sich die Stadtkapelle Germering selbst übertroffen.



Das Unternehmen Weltreise eröffnete das Jugendorchester der Stadtkapelle mit „Firework“ von Katy Perry und zündet gleich zu Beginn ein amerikanisches Feuerwerk, das aufhorchen ließ.

Nach Rußland ging die Reise zu „Tewje, dem Milchmann“ mit Highlights aus dem Musical „Fiedler auf dem Dach“, das die widersprüchlichen Empfindungen eines geprüften Vaters aufzeigt.

Feurig und wild kamen die „Piraten aus der Karibik“ daher, aus dem gleichnamigen Piratenfilm der Walt Disney Pictures.
Yoko Seidel, die auch das Jugendorchester leitet, schiffte ihre jungen Musiker durch alle Klippen, die mit einer erstaunlichen Klangqualität, Frische und Präzision musizierten und mit großem Applaus belohnt wurden.

Die Stadtkapelle wagte sich gleich zu Beginn auf Neuland und setzte mit dem Vorspiel zum 3. Akt aus der Oper „Lohengrin“ von Richard Wagner ein Zeichen.

Mächtig und klangvoll konnten sich die Blechregister bei diesem Stück in Szene setzen, während das Holz den lyrischen Teil des berühmten Brautchores übernahm.

Das Orchester zeigte sich  in allen Registern präsent, von Yoko Seidel professional und mit viel Engagement geleitet.

Nicht minder beeindruckend die Overtüre zu Verdi's Oper „Die Macht des Schicksals“, eine Hommage an den italienischen Komponisten zu seinem 200. Geburtstag, der ebenso wie der von Richard Wagner in diesem Jahr von allen Opernfreunden gefeiert wurde.
Bei beiden Stücken konnte sich das gewaltige Klangvolumen des  Orchesters in allen Nuancen entfalten.

Nach Schottland und England setzte sich die Reise fort, zunächst mit den leichtfüssigen „vier schottischen Tänzen“ von Malcom Arnold, dem gewaltigen  revolutionären „March“ von Gustav Holst und dem anmutigen Zwischenspiel aus Philip Sparke's „Theatre Music“.

Ein Denkmal seiner tschechischen Heimat setzte Antonin Dvorák auch mit seinen schwungvollen „Slawischen Tänzen“ die sich an den Rhythmus böhmischer und mährischer Tänze anlehnen. Die Stadtkapelle hatte sich den Tanz Nr. 8 ausgesucht und brachte ihn mit viel Esprit zur Freude der Zuhörer zu Gehör.Aus der Komposition „Bilder einer Ausstellung“ vom Russen M.P. Mussorgsky, in der Orchesterfassung von Maurice Ravel, hatte sich die Stadtkapelle die „Promenade“ und „Das große Tor von Kiew“ ausgesucht.

Während die „Promenade“ das gemächliche Schlendern durch eine Gemäldesammlung beschreibt, steigert sich die Musik beim „Großen Tor von Kiew“ zu einer majestätischen Klangfülle, die jedem Orchester alles Können abverlangt. Mit großem Applaus wurden Musiker und Zuhörer in die Pause entlassen.Teil zwei begann mit einem farbenfrohen Eröffnunsstück, der „Glory Fanfare“ von Otto M. Schwarz, das mit seinem doppelchörigem Trompetenregister im Vordergrund steht und die Virtuosität dieser Gruppe der Stadtkapelle zeigte.Das Musical „Miss Saigon“ erzählt die traurige Geschichte der jungen Vietnamesin Kim und dem GI Chris ,die sich mitten im Vietnamkrieg ineinander verlieben, was jedoch für Kim ein trauriges Ende nimmt. Die Stadtkapelle interpretierte das Medley mit den schönsten Melodien, die alle Register zur Geltung bringen.

Temperamentvoller präsentiert sich der „Amerikaner in Paris“. Er schlendert beschwingt über die Champs-Elysee, das Vergnügen wird aber vom Verkehrslärm gedämpft. Aus einem Café dringt Musik und in der Cathedrale findet er Ruhe. Er gerät in den Umzug einer Blaskapelle und in den Menschenauflauf der ihr folgt. Und er sehnt sich nach seiner Heimat. Bei der nuancenreichen Musik setzt sich das Schlagwerk in Szene, das die Großstadtgeräusche eindrucksvoll umsetzt.

Die vierte Komponsition „Incógnito“ vom Klarinettisten des Orchesters, Bernhard Götz, bringt seine Liebe für die lateinamerikanische Musik zum Ausdruck und zeigt seine erstaunliche Entwicklung in seiner Kompositionstechnik, die sich in einer vielfältigen Instrumentierung zeigt und das Publikum in Erstaunen versetzte.
Zum Finale präsentierte die Stadtkapelle die Komposition  „Conga del Fuego Nuevo“ von Arturo Márquez, ein temperamentvolles Stück mit viel Percussion und eindrucksvollen Trompetensolos,das die Zuhörer auf eine Reise nach Südamerika mitnimmt.

Die Stadtkapelle Germering hat sich bei diesem Konzert eindrucksvoll präsentiert. Sie besitzt in allen Registern hervorragende Solisten und ist homogen in ihrem Gesamtklang. Mit ihren beiden professionellen und engagierten Dirigenten  Yoko Seidel und Harry Stößner, und Moderatorin Pritty Schlubach-Ferrari, welche launig die Reise begleitet, ist sie bestens aufgestellt. Man kann sich auf weitere Konzerte freuen.

Text Johanna Schneider / alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Hubert Plutka

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