Jubiläumskonzert 2001

"Rhapsody in Blue" und Gospel als Highlights
Großartiges Jubiläumskonzert der Stadtkapelle Germering begeistert Publikum

30 Jahre Stadtkapelle Germering - unter dem Motto "Hier spielt die Musik" feierte das Orchester dieses Ereignis am Sonntag, den 4.11. mit einem großen Jubiläumskonzert in der Stadthalle. Knapp 600 Zuschauer waren dem Ruf gefolgt und konnten ein Orchester voller Spielfreude unter einem bestgelaunten Julio Miron erleben. Der gebürtige Puertoricaner leitet die Stadtkapelle nun seit fast drei Jahren und versteht es auf einzigartige Weise, seinen Eifer und sein Engagement auf das Orchester zu übertragen. Für dieses Jubiläumskonzert hatten die etwa 35 Musikerinnen und Musiker ein besonderes Programm erarbeitet, das einige musikalische Höhepunkte bereithielt.

Pianikst Thomas Noichl am Steinway-Flügel
Pianist Thomas Noichl am Steinway-Flügel
Foto: Mientjes
   

Zur Eröffnung erklang der bekannte "Fehrbelliner Reitermarsch", bei dem ein Teil der Musiker unter der Leitung von Reinhard Hofmann - er hatte die Kapelle anno 1971 ins Leben gerufen - in Spielmannszug-Besetzung in die Halle marschierte, denn genau so hatte vor 30 Jahren alles angefangen. Mit der bombastischen Filmmusik aus "633 Squadron" von Ron Goodwin wurde dann jedoch die Brücke zum modernen Blasorchester des 3. Jahrtausends geschlagen.

An dieser Stelle erfolgte eine Ehrung, bei der Tenorhornist Hartmut Krumm für seine 20-jährige Tätigkeit als Vereinsvorsitzender ausgezeichnet wurde. Als nächstes stand der gleichsam präzise wie schwungvoll intonierte "Lyric Waltz" aus der "Jazz Suite Nr. 2" von Dimitri Schostakowitsch auf dem Programm, bevor ein Flügel auf die Bühne gerollt wurde. Er kündigte ein besonderes Highlight des Abends an: die Aufführung von George Gershwins "Rhapsody in Blue", bei der der ehemalige Germeringer Thomas Noichl als Solist am Piano mitwirkte. Dirigent Miron hatte das vorliegende Blasorchesterarrangement an die Originalversion für Klavier und Orchester angepaßt. Mit dieser beeindruckenden Darbietung des 20-minütigen Werks und Ovationen für Thomas Noichl endete die erste Halbzeit.
 

Stadtkapelle in Konzertoutfit mit Weste&Fliege

Stadtkapelle in Konzertoutfit mit Weste & Fliege
Foto: Simon 

Nach der Pause sorgte das Orchester für eine Überraschung: Es präsentierte eine neue Auftrittsgarderobe. Alternativ zu den bewährten, prunkvollen Gardeuniformen erschienen die Musikerinnen und Musiker erstmalig in modernen, weinroten Westen und Fliegen. Die Kleidung erinnert ein wenig an die Montur von Big-Bands und Tanzorchestern und sollte sich für das nun folgende Programm als passender erweisen.

Mit "Omens of Love", einem fetzigen Stück der japanischen Jazzrock-Formation "T-Square" in einer klangvollen Bearbeitung für Blasorchester, wurde die zweite Halbzeit musikalisch eingeläutet.

Danach standen Jazz und Swing auf dem Programm. Die Vorliebe des Orchesters für derartige Musik läßt sich nicht verleugnen - sind dies doch die Früchte der Jahre unter den früheren Dirigenten Horst Gmeinwieser und Gerry Friedrich.

Beim berühmten, schmissigen "Trumpet Blues" von Harry James durfte zunächst das Trompetenregister sein Können zeigen, während im anschließenden Stück "Saxophonia", komponiert im Stil der 20er Jahre, der siebenköpfige Saxophonsatz brillieren konnte.

 Als zweiten Höhepunkt des Abends betraten nun die etwa 40 Sängerinnen und Sänger des Fürstenfeldbrucker Gospelchores "Sing and Pray" mit ihren Chorleiterinnen die Bühne, um einige Stücke gemeinsam mit der Stadtkapelle aufzuführen. Bei dem Medley "Swinging with the Saints" und dem bekannten Spiritual "Go down, Moses", dessen spritzigen Chorsatz Julio Miron geschrieben hatte, entlud sich ein wahres Feuerwerk an Gospel und Spiritual. Auch ein souliges Stück ohne Orchesterbegleitung brachte der Chor zu Gehör - hier überzeugte Solosänger Tom Havelka. Last but not least sorgte das bekannte Latin-Stück "El Cumbanchero" aus der Heimat von Julio Miron, das zuvor von Schlagzeuger Tobias Müller auf Spanisch angekündigt worden war, für einen fulminanten Schluß. Das frenetisch applaudierende Publikum wurde mit den Zugaben "Paso Bella" und einem Teil aus "Swinging with the Saints" aus der Halle entlassen.

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