Jubiläumskonzert 2011

Gekonnte Vielfalt

Stadtkapelle brilliert beim Jubiläumskonzert

40 Jahre kontinuierliche Entwicklung zeigte sich beim Jahreskonzert zum Jubiläum der Stadtkapelle Germering. Dank engagierter Dirigenten und Musiker ist das Orchester mit allen Facetten der sinfonischen Blasmusik vertraut und stellt sich auch den größten Herausforderungen.

Doch durfte diesmal die Jugend das Konzert eröffnen. Mit schaurigen Klängen der tiefen Instrumente beginnend, wurde die Fantasie in die Zauberschule Harry Potters versetzt, beim “Themes of Harry Potter” von John Williams; mystisch verhalten dagegen das “Chariots of Fire” von Vangelis. Mit viel Applaus bedankte sich das Publikum für die frische Art des Musizierens und die engagierte Arbeit des Dirigenten Thomas Huppertz.

Die Stadtkapelle begann furios mit der “Festive Overtuere” von Dimitri Schostakovitch, mit strahlenden Trompeten und einem kompakten Orchesterklang, trotz atemberaubender Geschwindigkeit klangschön und präzise. Mit “Ipanema”, sah man sich an den Strand von Rio versetzt, mit schönen Mädchen und coolen Jungs, vom Orchester leicht und lässig umgesetzt.

Bei Astor Piazzolas Tango “Adios Nonino” trat der erste Gast des Abend in Erscheinung. Yoko Seidel langte dem Steinway-Flügel mächtig in die Tasten und trieb das Orchester vorwärts.

Der nächste Gast des Abends, die renomierte Jazzsängerin Miriam Arens, brachte einen von ihr für die Stadtkapelle komponierten “Balkan Waltz” der besonderen Art zu Gehör. Mit fast gehauchter Stimme sang sie ihre Texte, während sie das Orchester mit eigenwilligen, jazzartigen Klängen begleitete.

Beim “Latin Games” von Uri Hodorov wurde es wieder südamerikanisch beschwingt, ein farbenreiches Stück, bei dem sich die gute, vielfältige Percussiongruppe der Stadtkapelle groß in Szene setzte.

Das spanische Liebeslied “Obsession” von Pedro Flores eröffnete Robert Baumgartner mit einem Trompetensolo von typisch südamerikanischen Klang und Feuer. Der dritte Gast des Abends, Kristian Mendoza, ein junger und talentierter jazz- und lateinamerikanischer Sänger, machte das Lied mit viel Ausdruck und seiner einzigartigen Stimme zu einem der Höhepunkte des Konzerts.

Ein “Danzon Nr. 2 von Arturo Maquez eröffnete den zweiten Teil, ein großartiges Stück, mit einem Klarinettensolo beginnend, von Oboe und Klavier fortgesetzt, steigert sich die Musik zum vollen Orchesterklang, immer wieder von Solopartien unterbrochen, bis zum einem grandiosen Schlußakkord. Hier konnte das Orchester die ganze Bandbreite seines Könnens und die Virtuosität einzelner Solisten präsentieren.

Tänzerisch leicht ging es weiter mit “Siziliano” aus den Dance Contrasts
von Trevor Ford. Beim “Flying Flutes, ein swingendes Intermezzo von Arno Hermann, rückten die Flöten als Solisten in den Vordergrund.

Das bekannte “Take Five” von Paul Desmod im 5/4-Takt komponiert, und vom Piano schwungvoll eingeleitet, interpretierte das Orchester im moderaten Jazztempo, leicht und durchsichtig.

Eine zweite Komposition für die Stadtkapelle kam nun zum ersten Mal zur Aufführung. Klarinettist Bernhard Götz hat einen bezaubernden Calypso für Klarinettenquintett und latin Percussion geschrieben, den er dem verstorbenen, langjährigen Orchestermitglied Rudi Weber gewidmet hat. Der “Jardin Tropical” lädt zum mittanzen, mitsummen ein, von den Klarinetten leicht und präzise umgesetzt. Es ist der zweite Teil von einem derzeit in Arbeit befindlichen dreiteiligen Werk mit dem Titel “Sketches of Latin Music” und man kann sich auf das komplette Werk nur freuen.



Den Abschluss eines großartigen Konzertes bildete das von beiden Sängern gesungene “Brasil tropical”, bei dem beide ihre großartigen Stimmen und ihr Temperament noch einmal voll entfalten konnten.

Das Konzert war der Höhepunkt einer 40jähren Entwicklung vom Fanfarenzug, der seine Märsche mehr oder weniger nach Gehör spielte, zum sinfonischen Blasorchester und man darf gespannt sein, was Dirigent Julio Miron und seine Musiker zukünftig noch auf die Beine stellen.

Text: Johanna Schneider, Bilder: Hubert Plutka

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