Serenade am See 2003

Kein "verflixtes siebtes Jahr" - Stadtkapellen-Serenade trotz unbeständigen Wetters erfolgreich durchgezogen

Zum siebten Mal lud die Stadtkapelle Germering am Samstag, den 5. Juli zu ihrer beliebten Serenade am See und die alljährliche Frage, ob sie regenbedingt stattfinden kann wurde diesmal außerordentlich kurzfristig beantwortet. Da eine öffentliche open-air-Generalprobe des Orchesters im Germeringer "Curanum" am Tag zuvor aufgrund des unbeständigen Wetters bereits abgesagt werden mußte, fiel die endgültige Entscheidung erst am Samstag gegen 15:30 Uhr. Auch auf die Gefahr hin, beim Aufbau vom Regen überrascht zu werden, war die Stadtkapelle zuversichtlich und machte sich auf den Weg zum Germeringer See. Es sollte die richtige Entscheidung gewesen sein, denn das Wetter hielt sich und wurde im Laufe des Konzerts sogar noch besser, so daß die trotz der Unsicherheit zahlreich erschienen Zuschauer doch noch in den Genuß einer abwechslungsreichen und stimmungsvollen Serenade kamen.

 

"Konzertmarsch" hieß das Stück, mit dem die 45 Musiker unter ihrem Dirigenten Julio Miron das diesjährige Pogramm eröffneten. Komponiert hat ihn Karen Chatschaturian, übrigens ein Neffe des "Säbeltanz"-Komponisten Aram. Dann gab es einen echten Blues, nämlich den "Complaining Blues" von Ex-Hazy Osterwald-Pianist Dennis Armitage. Trompeter Harald Stößner konnte hier als Solist hervortreten und ließ seine Trompete jammern, wie es ein schwarzer Barmusiker aus Chicago nicht besser gekonnt hätte.

Von den USA ging es nach Rußland zu Dimitri Schostakowitsch, vielleicht dem bedeutendsten russischen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein "Lyric Waltz" wurde nun vom Orchester schwungvoll intoniert. Zurück in den USA gab es anschließend ganz andere Klänge mit Scott Joplins Ragtime "Elite Syncopations", bei dem unter anderem das Xylophon als Soloinstrument den Klang der alten Walzenpianos imitierte. Mit "Yellow Mountains" von Jacob de Haan kam das Publikum dann sogar noch in den musikalischen Genuß einer grandiosen Berglandschafts-Schilderung.

Nicht Johann Strauß, sondern der Däne Hans-Christian Lumbye komponierte die Schnellpolka "Champagner-Galopp", jedoch ganz im Stile der Wiener Schule. Mit diesem zündenden Werk, bei dem sogar echte Korken knallten, endete die erste Konzerthälfte für die Stadtkapelle.

Nun war das Jugendorchester an der Reihe und verbreitete mit ihrem Dirigenten Wolfgang Höll sommerliche Urlaubsstimmung mit Stücken wie "Sunny Samba" oder "Sun Calypso". Bei diesen südamerikanischen Melodien konnten natürlich die Schlagzeuger Ulf Breuer und Andreas Kaufmann brillieren.

Die zweite Halbzeit eröffnete die Stadtkapelle mit der "South Rampart Street Parade", einer mitreißenden Swing-Nummer, die von Harald Stößner dirigiert wurde. Das Orchester blieb dann dem Jazz treu und brachte den "Tripartite Waltz" zu Gehör, einen musikalisch und rhythmisch anspruchsvollen Jazz-Walzer. "Let it Shine" hieß der daran anschließende, fetzige Gospel - und prompt erhörte die Sonne den Anruf und zeigte sich über dem Germeringer See.

Das bereits bei der letzten Serenade erfolgreiche Blechbläser-Ensemble formierte sich auch heuer wieder und und präsentierte mit "Kraken" ein eindrucksvolles und mitreißendes Stück und mit der bekannten Schnellpolka "Vergnügungszug" (natürlich mit Trillerpfeife und Signalhorn), diesmal wirklich von Johann Strauß, endete das offizielle Programm der Serenade 2003.

Das Publikum erklatschte sich zwei Zugaben: "Volare" und Quincy Jones' "Soul Bossa Nova", bei dem die Stadtkapelle noch einmal alle Register zog und eine regelrechte Show mit ihren Instrumenten darbot. So manch einer hätte sich nach dieser Nummer sicher gewünscht, die Serenade würde noch weitergehen, doch auch im nächsten Jahr wird es wieder eine Serenade geben, bei der die Stadtkapelle sicher wieder einige Einfälle haben wird...

Text: Toby Müller
Alle Fotos mit freundlicher Genehmingung von James B. Mientjes.

 

 

 

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