Sommer, Sonne, Serenade – Stadtkapelle begeistert am See; Kaiserwetter tut sein übriges.

So ein Glück mit dem Wetter hatte die Stadtkapelle selten bei ihren See-Serenaden wie in diesem Jahr – das seit Tagen anhaltende Sommerhoch hatte nicht nur das eigentliche Serenaden-Publikum an den See gelockt. Auch hunderte anwesende Badegäste kamen an jenem Sonntag in den Genuss eines gut gemixten Musik-Cocktails aus Filmmelodien und anderen Blasorchester-Schmankerln.

Gleich mit dem Eröffnungsstück "Raider's March", bekannt als Titelthema aus den "Indiana Jones"-Filmen, entführten die 45 Musiker unter ihrem Dirigenten Julio Miron ihr Publikum mitten in die Welt des Films. Und es sollte nicht der einzige Ausflug ins Filmmusik-Genre bleiben. Zunächst jedoch erklang erst einmal der "Choral and Rock out", ein zweisätziges Stück des Holländers Ted Huggens, bei dem sich barocke Melodiestrukturen mit modernen Rhythmen mischten. Danach formierte sich das Blechbläser-Ensemble - inzwischen auch schon ein fester Programmpunkt bei den Serenaden - und präsentierte ein knackiges, R'n'B-angehauchtes "Kraken". Daraufhin ging es zurück nach Hollywood: Die Geschichte der tragischen Liebe zwischen einer Puertoricanerin und eines weißen Amerikaners bildete den Hintergrund nicht nur für eines der beliebtesten Musicals, sondern wenige Jahre später auch für den zweiterfolgreichsten Film aller Zeiten - zumindest was Oscargewinne angeht:
"West Side Story". Über eine gelungene und authentisch gespielte musikalische Zusammenfassung dieses Werks konnten sich nun die See-Gäste freuen. Anschließend brillierte der Mann mit der "Lizenz zum Tröten", Robert Baumgartner, als Solist bei dem beliebten Ohrwurm "Java".

Mit dem Sirtaki aus "Alexis Sorbas" widmete sich das Orchester dann wieder der Traumfabrik. Dieser Tanz wurde ja, entgegen der landläufigen Meinung, speziell für den Film erfunden, weil Hauptdarsteller Anthony Quinn die Schritte der traditionellen griechischen Tänze zu schwer waren. Der immensen Popularität des Stücks tat dies freilich keinen Abbruch und auch am Germeringer See verfehlte es seine Wirkung nicht.

Nach der Pause steuerte „Dirty Harry“ Harald Stößner das Orchester zielsicher durch die martialisch anmutende Filmmusik zu "633 Squadron" des Briten Ron Goodwin („Miss Marple“), doch dann gab’s erstmal ruhige Klänge mit der stimmungsvoll intonierten "Pavane in Blue", ebenfalls geschrieben von Ted Huggens.

Als "Filmmusik ohne Film" wurde das nächste Stück angekündigt: "Finnegan's Wake", die musikalisch mitreißende Schilderung einer irischen Totenwache mit überraschendem Ende. Das Orchester überzeugte hier mit einer rasanten Achterbahnfahrt durch die verschiedenen Register und krassen Dynamiksprüngen. Und alles, was sie schon immer über &ldots; Sax wissen wollten erfuhren die Leute dann mit „Saxophonia“, einer Komposition im Charleston-Stil mit den „glorreichen Sieben plus eins“ des Saxophonregisters in der Hauptrolle.

Der anschließende „Jazz Waltz“ ging der SKG ebenso leicht wie swingend von der Hand und zum Ende des offiziellen Programms gab es noch einmal echte Kinoklänge - 2003 konnte die Musical-Verfilmung "Chicago", ursprünglich geschrieben von John Kander&Fred Ebb, sechs Oscars abstauben und das lässige Titelstück “All that Jazz“ beschloss ein wunderbares Konzert.

  Mit den drei Zugaben "Desafinado", "No hablo Espanol" und "El Cumbanchero" gab es noch einmal eine kleine Hommage auf die letztjährige, einzigartige "Latino-Serenade" und zugleich einen Vorgeschmack auf den anstehenden BUGA-Auftritt im Juli, bei dem das Programm der "Latino-Serenade 2004" noch einmal aufgeführt werden wird.

Text: Toby Müller
Alle Fotos mit freundlicher Genehmingung von James B. Mientjes.

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