Jubiläums-Serenade versüßt den Abend am See

Stimmungsvolles Konzert der Stadtkapelle - Hunderte von Zuhörern begeistert

Beschwingte, fröhliche Musik kombiniert mit idyllischem Ambiente an einem lauen Sommerabend am See: Schöner kann ein Konzert kaum sein. Bereits zum zehnten Mal zog die Stadtkapelle mit ihrem beliebten Seneraden-Abend Jung und Alt an. "Wir schwitzen und bangen zwar jedes Jahr wieder, ob unter freiem Himmel alles gut geht, doch wir freuen uns sakrisch, dass immer so viele Zukschauer kommen," gestand Moderatorin Burgit Neczas. Bei einem so locker, luftigem Auftritt lassen die Musiker sogar ihre Gardeuniformen zu Hause und treten in bunten Hawai-Hemde auf, passend zum Motto des Abends, "Summertime", und der dazugehörigen Gute-Laune-Musik.
 

Da durfte der "Entertainer" von Scott Joplin natürlich nicht fehlen, genauso wie der Klassiker "Happy Luxemburg von James Last. Wie immer bewies die Kapelle ihre Vielfältigkeit. "Bei uns wird vor allen Dingen auch das Ensemblespiel gefördert", erklärte Neczas. Solistisch beeindruckend war vor allen Dingen das Trompetenstück "Complaining Blues", das Robert Baumgartner mit Hingabe spielte.


Den Dirigenten Julio Mirón und Harald Stößner ist auch stets daran gelegen, bekannte Stücke neu und modern zu interpretieren. So kamen die Zuschauer bei einer moderenen und etwas jazzig angehauchten Version von Gershwins "Summertime" auch ins Träumen.

13-jähriges Talent am Schlagzeug

So bunt gemischt wie das Publikum ist auch die Stadtkapelle selbst. Da die Jugendförderung immer groß geschrieben wird, fehlt es nicht an Nachwuchs. Viel bejubelt wurde der 13-jährige Ulf Breuer, der als Schlagzeuger bereits den Wettbewerb "Jugend musiziert" gewonnen hat, und der die Stadtkapelle seit einem Jahr bereichert. Bei einigen Stücken, wie beim Sommerabend-Klassiker
"Volare" konnte er neben seinen Schlagzeug-Kollegen Tobias Müller und Tobias Plutka auch solistisch brillieren.

Ihr umfangreiches Repertoire an beliebten Standards erweitert die Stadtkapelle auch um flotte und moderne Stücke. So brachten die Musiker mit heißen Latino-Rhythmen a`la Ricky Martin die Zuhörer zum Mitklatschen. Die vielen Besucher, die es sich auf Bierbänken und Decken in der Wiese gemütlich gemacht hatten, forderten lautstark Zugaben. Die Musiker, die deutlich erkennbar mit viel Lust und Spielfreude bei der Sache waren, gewährten es gern.

Artikel von Ursula Hörmann erschienen am 25. Juli 2006 im Münchner Merkur


 


Mit Klappstuhl zum Konzert

Bei Seeserenade geht es zu wie beim Picknick

Die "Serenade am See" zu der die Germeringer Stadtkapelle am Sonntag bereits zum zehnten Mal infolge eingeladen hat, hat sich mittlerweile so etwas wie einem Traditionskonzert entwickelt, bei dem man sich ein bisschen wie beim Sommerpicknick um Londoner Hydepark fühlen kann. Ausgerüstet mit Klapphockern und Decken wandert oder radelt das Publikum hierzu an den Germeringer See, sucht sich ein schattiges Plätzchen und lauscht von dort der Musik. Während am Kiosk Eis und Leberkässemmeln verkauft werden.

Ein herrlich sommerlicher Hörgenuss, der durch die Musikauswahl der Kapelle maßgeblich unterstützt wird. Denn diese hatten nicht nur die steife Gardeuniform durch luftige Hawaihemden ersetzt und die Noten mit Wäscheklammern an den Pulten befestigt. Sondern sie spielten vor allem Stücke, die sich leicht und beschwingt anhören, selbst wenn sie, wie jener Walzer von Schostakowitsch, mitunter schwer zu spielen und sauber zu intonieren sind. So startete das Konzert beispielsweise mit "Belle of the Ball" von Leroy Anderson, dem sich die Erkennungsmelodie von Radio Luxemburg aus der Feder von James Last nahtlos anschloss. Scott Joplins "Entertainer" darf natürlich im Programm ebenso wenig fehlen, wie Titel von George Gershwin.

Hierfür treten fünf Saxofonisten nach vor, um als eigenständiges Ensemble "The man that I love" zu spielen. Bei "Summertime" aus dem Musical "Porgy and Bess" sind ein unglaublich weich klingendes Waldhorn und Altsaxofon zu hören, während sich die Stadtkapelle insgesamt zu einer interessanten, jazzigen Interpretation entschließt.
Gelegentlich wird auch der Posten am Dirigentenpult gewechselt, dann gibt nicht Julio Mirón den Einsatz, sondern Harald Stößner Übernimmt die Aufgabe. "Es ist gut zwei Dirigenten zu haben" erläutert Schlagwerker Tobias Müller. Vor allem da beide unterschiedliche Spezialgebieten hätten, erklärt er. "Mirón bevorzugt eher die klassische Musikliteratur und Stößner kennt dafür eben auch die traditionelle bayerische Bierzeltmusik, die wir mitunter auch spielen", so Müller.

Besonderen Applaus erhielt an diesem Abend jedoch ein anderer und das zu Recht. Ulf Brauer (14) brillierte nämlich neben Müller derart gekonnt an sämtlichen Schlaginstrumenten, die hinter den Bläsern aufgebaut worden waren. Und lieferte sich schließlich mit diesem während der Zugabe im Wechsel ein mitreißend wildes Schlagzeugsolo. "Er ist fantastisch, hat bei Jugend musiziert gewonnen und wir hoffentlich künftig fest bei uns mitspielen", erklärt Müller.

Artikel von Kathrin Grosse erschienen am 25. Juli 2006 in der Fürstenfeldbrucker SZ

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