Die Wetten standen 10:1. Mindestens. Kaum jemand hätte geglaubt, dass die Serenade an diesem Termin würde stattfinden können.
Die ganze Woche davor hatte es nur geregnet. Auf dem Weg aus dem Allgäu zur Generalprobe am Freitag musste unsere Dirigentin Sandra Settele vollgelaufene Unterführungen umfahren und auch während der Probe hat es draußen geschüttet. Für den eigentlichen Serenaden-Termin am Samstag war dann auch Hopfen und Malz verloren.
Für den Ersatztermin am Sonntag, den 27.7.2025, sah es auch alles andere als rosig aus und manch einer hätte mittags noch gewettet, dass unser Open-Air-Konzert in diesem Jahr ausfallen müsse. Doch Barbara Glaser, unsere erste Vorsitzende, bewies starke Nerven und verkündete „die Serenade findet statt!“.
Also wurde nachmittags um halb vier sämtliches Equipment verladen und zum See transportiert. Trotz wackeligen Wetters fanden sich dort vierzig gut gelaunte SKGler ein und ruck-zuck waren sowohl Schlagzeug, Notenständer, Stühle für die Musikerinnen und Musiker sowie Bierbänke für’s Publikum aufgebaut. Schnell noch zwei Pavillons aufgestellt, um Schlagzeug und Musiker trocken zu halten und schon konnte es losgehen.

Und es ging los! Kaum war alles aufgebaut, meldete sich der Regen zurück und es schüttete wie aus Eimern. Wohlweislich waren die Instrumente noch gut verpackt und trocken gelagert. Denn natürlich kam der Regen nicht ganz unerwartet. Wetter-App und Regenradar waren seit Tagen jedermanns ständiger Begleiter. Die meisten Regenradare sagten eine längere Regenpause ab fünf Uhr voraus. Die galt es zu nutzen und so ließ auch jetzt die gute Laune nicht nach. Die halbe Stunde Regen würde man auch noch überstehen.
Und tatsächlich, um 17 Uhr ließ der Regen nach und kurz darauf verschwanden auch die letzten Tröpfchen. Schnell waren alle Stühle und Bänke abgewischt, die Notenständer aufgebaut und die Instrumente in Betrieb genommen. Während Sandra die Einspielprobe durchführte und das Orchester auf die herausfordernde Open-Air-Akustik einstimmte, fanden sich immer mehr Zuhörerinnen und Zuhörer ein. Ein tolles Publikum, das offensichtlich extra für unsere Konzert bei diesem Wetter den Weg zum See auf sich genommen hat. Uns fiel ein Stein vom Herzen.

Pünktlich um 18 Uhr konnte dann die Serenade wie geplant starten.
Sandra hatte in den wenigen Proben seit ihrer Amtsübernahme ein tolles, schwungvolles Programm mit uns einstudiert, mit dem wir beim Publikum gut ankamen. Neben kraftvollen Rhythmen in Klassikern wie „Omens of Love“, „El Cumbanchero“ oder „Sing, Sing, Sing“ gab es ruhige Stücke wie Joe Cocker’s „Up Where We Belong“ oder dem Dixie-Stück „Just Like in the Old Days“, immer belohnt mit viel Applaus von unserem fantastischen, wetterfesten Publikum. Außerdem trugen bekannte Namen wie Queen, ABBA, James Last, Frank Sinatra und Johann Sebastian Bach zur rundum kurzweiligen Playlist und dem Gelingen des Konzerts bei.
Auf die ursprünglich angedachte Halbzeitpause wurde verzichtet, um die Gnade der Wetterzuständigen nicht zu überstrapazieren und so wurde unsere Serenade nach etwa eineinhalb Stunden mit der Zugabe „Copacabana“ von Barry Manilow beendet.
Am Ende waren alle im Orchester hochzufrieden und glücklich, trotz der widrigen Umstände wieder ein schönes Konzert gespielt zu haben. Manch einer dürfte außerdem froh gewesen sein, ob der sicheren Wettquote keine hohen Einsätze verwettet zu haben. Außer Barbara. Sie hätte wohl ein gutes Geschäft gemacht.
Vielen Dank allen, die uns am See gelauscht haben. Und für alle, die uns diesmal verpasst haben, gibt es am Weihnachtskonzert (30.11.2025 um 17:00 Uhr in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche) sowie am Jahreskonzert (29.03.2026 in der Stadthalle) die nächsten Gelegenheiten. Wir freuen uns auf Sie!
Ihre Stadtkapelle Germering
